Aktuelle Lage

In Ulm eine öffentliche Toilette zu finden ist durchaus mit der Suche einer Nadel im Heuhaufen vergleichbar. Ein Problem vor allem für Besucher der Stadt aber auch für viele ältere Menschen. Die Folgen führen zu vielen Beschwerden von Bewohnern, die Verunreinigungen beseitigen und aushalten müssen.

2013 haben wir bereits die Einrichtung zusätzlicher Öffentlicher Toiletten direkt bei der Stadt Ulm und zusätzlich über die Gemeinderatsfraktionen beantragt. Vorrangig wäre das an der Donau oder auch in der Friedrichsau, also an Plätzen die von vielen Menschen in ihrer Freizeit genutzt werden, notwendig. Alle Gemeinderatsfraktionen signalisierten ihre Unterstützung für das Thema.

Leider vertrat die Stadt, übrigens auch die Ulm Touristik, die Auffassung, zusätzliche Toiletten würden nicht gebraucht. Neue Überlegungen sollten zum Ablauf des Werbevertrages mit “ Wall “ erfolgen. „Wall “ Hat als Gegenleistung für die Genehmigung der Werbeflächen u.a. 3 selbstreinigende, gebührenpflichtige Toiletten im Stadtgebiet aufgestellt. Der Vertrag mit „Wall“ lief im Herbst 2017 aus.

Verwaltung

Im November 2017 lag dem zuständigen Fachausschuss des Gemeinderates der Vorschlag der Verwaltung vor. Dieser Vorschlag sieht leider keine zusätzlichen öffentlichen Toiletten vor. Verwiesen wird in erster Linie auf die Toiletten in den Parkhäusern der Stadt Ulm und auf Toiletten in den städtischen Verwaltungen oder Dienstleistungszentren sowie in städtischen Kultureinrichtungen. Damit bestünde bereits ein gutes und nahezu flächendeckendes Angebot. Die Anlage am Berliner Platz wurde bereits ersatzlos abgebaut. Am Schweinemarkt soll auf jeden Fall wieder eine Toilette installiert werden. Diese soll wieder wenige Meter von einem Mehrfamilienhaus entfernt aufgestellt werden, obwohl dies in der Vergangenheit zu untragbaren Zuständen für die Bewohner geführt hat.

Die Toiletten in den Tiefgaragen Deutschhaus, Fischerviertel, Am Rathaus und Salzstadel sind durchgehend geöffnet. Dies trifft für andere städtische Einrichtungen nicht zu. Zudem gibt es dort keinerlei Wegweiser. Sogar die Toilette am Busparkplatz in der Neuen Straße schließt um 19.00 Uhr. Die Öffentliche Toilette am Lautenberg ist bis 21.00 Uhr geöffnet. HIer wurde eine neue Öffnungszeit bis 23.00 Uhr überlegt, aber „nicht mit einem den Kosten (jährlich 42.000 € ) angemessenen Erfolg“ gerechnet, und die Idee verworfen.

Unsere Meinung

Hier wird am falschen Platz gespart. Zumal die Toiletten zwischen Münsterplatz und einem Hauptweg in die Altstadt liegt, mit Personal besetzt ist und vorzugsweise frequentiert wird.

Wir sind er Überzeugung, dass der Stadtort für eine Öffentliche Toilette an der Donau dringend erforderlich ist und zwar nicht hinter der Stadtmauer, sondern auf der „Wasserseite“. Dort verläuft der stark frequentierte Donau-Radweg, dort halten sich die Menschen auf. Nicht zuletzt können dann auch berechtigte Bewohnerinteressen der direkten Anlieger berücksichtigt werden.

Verwaltung

Im Zusammenhang mit den Planungen zur Neugestaltung des Donauufers ist mittelfristig die „Realisierung einer Öffentlichen Toilette geplant“. Hintergedanke: die Gastronomie kann dann auch die gesamte Wartung der Öffentlichen Toilette übernehmen.

Unsere Meinung

Öffentliche Toiletten sind Aufgabe der Stadt. Sie gehören zu einer öffentlichen Infrastruktur und sind nicht einfach an Private auszulagern.

Verwaltung

Das Thema „Nette Toilette“ ist seit Jahren in der Diskussion. Dabei sollen Gaststätten dafür gewonnen werden eine Kostenfreie Nutzung ihrer Toiletten anzubieten. Die Stadt übernimmt es, in geeigneter Weise auf diese Betriebe hinzuweisen und bezahlt eine monatliche Entschädigung für den erhöhten Reinigungsaufwand. Leider beteiligen sich bisher nur 2 Betriebe im gesamten Stadtgebiet, wobei ein Betrieb nur während des Sommers geöffnet ist.

Unsere Meinung

Wir finden es sehr traurig, das nicht mehr Betriebe bereits sind, mitzumachen. Allzu große Belastungen dürften wohl nicht entstehen, da eine gewisse Kontrolle da ist. Oder ist die angebotene Entschädigung zu niedrig?

Aktueller Stand

Der Fachbereich Stadtentwicklung hat den Vorschlägen der Verwaltung zugestimmt. Damit wird es künftig Öffentliche Toiletten an folgenden Stellen geben:

Ehinger Tor – allerdings erst nach Beendigung der Bauarbeiten für die Straßenbahnlinie 2

Schweinemarkt/An der Donau – Wir setzen uns für einen Standort vor der Stadtmauer zur Donau hin, ein.

Glöcklerstraße am Busparkplatz

Karlsplatz

Am Lautenberg

In den Parkhäusern: Am Rathaus, Congress Centrum Nord, Deutschhaus, Fischerviertel, Salzstadel

In den Verwaltungsgebäuden und Dienstleistungscentren zu den üblichen Geschäftszeiten: Basteicentrum, Am Kornhausplatz/Engelgasse, Sattlergasse, Grüner Hof 5, Münchner Straße, Rathaus, Service Center Neue Mitte und Schwamberger Straße.

In den städtischen Kultureinrichtungen zu den Öffnungszeiten: Stadtbibliothek, Museum,  Schwörhaus, Stadthaus, Theater und Ulmer Volkshochschule

Bahnhofstoilette

Müller-Garage, Frauenstraße

Unsere Meinung

Eien wirkliche Verbesserung können wir nicht feststellen. Die meisten angebotenen Möglichkeiten sind abends und auch oft nachmittags geschlossen. Erkennbare Hinweise fehlen, wurden bis jetzt auch nicht geplant. Damit bleibt es dem Zufall überlassen, die Toiletten überhaupt zu finden. Das ist einer Stadt wie Ulm, die sich besucherfreundlich zeigen will, nicht angemessen! Und sie ist alles andere als bügerfreundlich.